… oder mal wieder das Geschirr spülen


Einwandfreies Geschirr (Bausatz)

Sie kennen das vielleicht: Kaum hat man mal ein, zwei Wochen lang einfach so gar keine Zeit, sich um den Abwasch zu kümmern, stapelt sich das schmutzige Geschirr schon in der Spüle. Und auf der Arbeitsplatte. Und auf dem Küchentisch. Alternativ auch auf dem Küchenboden, falls kein Tisch vorhanden ist. Die ersten zarten Pflänzchen bilden sich auf den verkrusteten Essensresten, die Insekten im Haus werden lebhafter. Kurz, es wird dann doch so langsam mal Zeit, sich um die Schmutzbeseitigung zu kümmern. Wenn dann keine Spülmaschine zur Hand ist, muss man die Dinge leider selbst in die Hand nehmen, wortwörtlich. Dabei gilt es, das ein oder andere zu beachten.

Vorgehensweise

Je nach Grad der Kontaminierung des Geschirrs ist es ratsam, Spülhandschuhe in verschiedenen Stärken über zu streifen. Hierzu hält der Fachhandel verschiedene Modelle bereit, von dünnen Latexhandschuhen für die Saucen-Terrine von vorgestern Abend über robuste Gummihandschuhe, die auch hartnäckiger Verschmutzung widerstehen können. Falls die Essensreste sich bereits in das neue Zuhause aggressiver und/oder ekliger Kleintiere verwandelt haben sollte, kann man auch unbesorgt zu schweren Kettenhandschuhen greifen. Bei besonders filigranen Geschirr sind diese jedoch nur mit äußerster Vorsicht einzusetzen!

Hat man so die Vorbereitungen für den Spüleinsatz abgeschlossen, geht es an die Wahl des Spülmittels. Auch hier finden Sie im gut sortieren Sanitärhandel allerlei Nützliches, auch non-toxische Substanzen finden sich darunter. Gepaart mit der richtigen Wassertemperatur (nicht unter 85 Grad Celsius!) entfalten diese Mittel schnell die gewünschte Wirkung. Sollten Sie über eine Spüle aus Edelstahl verfügen, konsultieren Sie vorher bitte noch den örtlichen Chemiker. Es kann von entscheidender Bedeutung sein, welche Säuren sich dafür am besten eignen, ohne das Metall anzugreifen. Dieser kann Ihnen auch eine eventuell notwendige Atemmaske mit Spezialfilter empfehlen.

Nun fehlt noch die Spülbewaffnung, also der Spülschwamm oder -lappen, je nach persönlicher Präferenz. Sollten Sie sich für einen Lappen entscheiden, lässt sich dieser preisneutral aus alten Bettlaken, Unterhosen oder Regenschirmhüllen extrahieren (herausschneiden). Bei Spülschwämmen unterscheidet man künstliche Exemplare von Natur-Schwämmen. Letztere waren einmal Lebewesen, die lediglich aus dem Meer gefischt und in der Sonne getrocknet wurden, weshalb sie bei Berührung mit Wasser unter Umständen erneut zum Leben erwachen könnten. Und dann ist ihre Laune eher so mittelgut. Solche Fälle wurden bereits in malaysischen Garküchen gemeldet, was zu schlimmen Verletzungen des Spülers führte. Auch die oben beschriebenen Kettenhandschuhe sind hier nur bedingt sicher.

Der eigentliche Spülvorgang ist schnell erläutert. Man nehme das zu spülende Objekt (A) in die linke Hand (bei Rechtshändern, ansonsten die Seiten tauschen) und die Spülwaffe (B) in die rechte. Spülmittel (C) oder ggf. Spülsäure (H2SO4) auf die Spülwaffe (B) geben und in sanften, aber bestimmten Kreisbewegungen (O) das Spülobjekt (A) bearbeiten. Je mehr Schmutz (X), desto mehr Kreis. Die ideale Spülformel dazu lautet entsprechend:

Wurzel 5X aus X multipliziert mit A geteilt durch B zum Quadrat, wenn O > Null.

Sie sehen, Spülen ist verblüffend einfach!

Wissenswertes

Erfunden wurde das Spülen übrigens im alten Ägypten, vom dritten Pharao der Ptaschits-Dynastie. Laktosis III. war es leid, dass nach dem Abkochen von Schlangenleber und Eidechsengalle immer solch hässliche Blutspuren an seinem hoch geschätzten Goldgeschirr anhafteten. So befahl er einer seiner engsten Dienerinnen, nach einem besonders opulenten 8-Gang-Menü die vollkommen verdreckten Goldplatten aus seinem Sichtkreis zu entfernen. Andernfalls würde er sie im nächsten Badebecken ertränken. Letzteres befand sich lustigerweise auch direkt angrenzend zum Speisesaal, war allerdings zu diesem Zeitpunkt mit Kamelmilch gefüllt. Der Dienerin kam das wie ein Wink des Schicksals vor und so versenkte sie all das schmutzige Geschirr in Windeseile in der undurchsichtigen Brühe. Erstaunlicherweise reagiert reines Gold chemisch stark mit Kamelmilch und so glänzte nach dem Ablassen des Beckeninhalts einige Stunden später das Goldgeschirr wie neu.

So wurde der erste Spülvorgang erfunden. Es folgte bedauerlicherweise eine landesweite Knappheit an weiblichen Kamelen, aber das ist eine andere Geschichte.

Pro-Tipp

Für die ganz Faulen unter uns (oder diejenigen, die aber wirklich überhaupt keine Zeit für solche Dinge haben), gibt es noch eine simple Alternative: Überantworten Sie das benutzte Geschirr nach Gebrauch einfach dem Restmüll, auf dass es auf den Mülldeponien des Landes die Ratten ernähre. Die armen Viecher haben ja sonst nix. Neues, unbenutztes und weitgehend sauberes Geschirr finden Sie sehr kostengünstig bei Haushaltsauflösungen oder an Sperrmüll-Tagen. Kaum zu glauben, die Geschirr-Bausätze, auf die man dabei immer wieder stößt (siehe Bild oben) sind sogar völlig gratis! Und noch dazu hat man ein schönes, neues Hobby gefunden!

 

 

[DISCLAIMER] Bei diesem Beitrag handelt es sich um Satire. Vor der Befolgung jeglicher Ratschläge ist die Einschaltung des gesunden Menschenverstandes unbedingt angebracht. Am Ende des Internets gibt es keine Garantie für die Richtigkeit jeglicher Angaben. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Wie wäre es mit dem nächsten Beitrag?

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