… oder einen Brief schreiben


Hauptpostamt Athen-Süd

Gerade im Zeitalter der digitalen Kommunikation in Form von E-Mails, WhatsApp- und anderer “Messages” sollte man sich mal eine Auszeit nehmen und ein Instrument hervorkramen, welches völlig ohne Strom, ohne Internet und ohne besondere Vorbereitung funktioniert – den BRIEF.

Für alle nach 2004 Geborenen: Ein Brief besteht aus einem Stück Papier (das ist so was wie diese wabbelige Unterlage für einen Joint, nur größer und fester), auf welches man mit einem Stift (nein, kein Apple-Pen oder ähnliches, sondern z. B. ein Kugelschreiber) seine Nachricht verfasst. Per Hand. Ohne Tastatur. Mit schreibenden Bewegungen, so wie ihr das in der Grundschule vielleicht mal kurz gelernt habt.

Dieser Brief wird dann in einen Umschlag gesteckt, dieser zugeklebt (Datenschutz analog) und mit einer Briefmarke “frankiert”. Das bedeutet, man klebt eines dieser lustigen kleinen Bildchen drauf, die man für etwa einen Euro in jeder Postfiliale kaufen kann. Wenn man schon mal in einer solchen Postfiliale ist, kann man dort den fertigen Brief auch gleich abgeben, oder einen dieser putzigen gelben Metallkästen finden, in die an Silvester von sehr betrunkenen Menschen immer Böller reingeworfen werden.

So oder so, wird der Brief dann von der Post zum Empfänger transportiert. Also von echten Menschen, die den Brief durch die Gegend fahren. Das dauert dann mindestens einen Tag und schon kann der Empfänger die so verfasste Nachricht lesen. In manchen Ländern und Gegenden kann es auch mal deutlich länger dauern, aber wie heißt es so schön? Vorfreude ist die schönste Freude!

Klingt laaaahm und altmodisch? Noch vor rund 30 Jahren war das die allgemein gebräuchlichste Form der schriftlichen Kommunikation. Und dazu war (und ist) ein Brief etwas sehr Persönliches, geschrieben von der echten Hand des Absenders, in seinen Worten. Die auch keine Autokorrektur überarbeitet, was an sich schon zu amüsanten Ergebnissen führen kann.

Historische Kommunikationsformen

Brieftauben

Bereits seit der Antike, als es noch keine Briefmarken gab, wurden handelsübliche Wildtauben zur Beförderung wichtiger Nachrichten eingesetzt. Das Vorgehen war sehr simpel – man entfernte die Taube (oft auch gegen ihren Willen) von ihrem angestammten Wohnort (Stadt A) und brachte sie in eine weiter entfernte Gegend (Stadt B), in die eigentlich niemand gerne reiste.

Musste nun ein Brief von Stadt B nach Stadt A geschickt werden, band man diesen (seeeehr kleinen) Brief an den Fuss der Taube und ließ sie zurück nach Stadt A fliegen. So entstand der Begriff “Brieftaube”.

Für größere Sendungen versuchte man, die “Pakettaube” zu etablieren, was sich allerdings als problematisch herausstellte, da man pro 25 Gramm Sendungsgewicht jeweils 1 Taube benötigte und daher eine Vielzahl von Vögeln aneinander binden musste. Die so entstandenen Pakettauben-Schwärme konnten sich nie richtig durchsetzen, auch weil sich die Tiere untereinander häufig nicht auf die optimale Route einigen konnten.

Vor den Brieftauben wurden übrigens im damaligen Westeros Raben zum Transport eingesetzt. Dies führte allerdings regelmäßig zu nächtlichen Kollisionen, weil die Tiere sich in pechschwarzer Nacht nicht gegenseitig sehen und ausweichen konnten.

Wissenswertes

Erster Brief überhaupt

Der erste wissenschaftlich belegte Brief überhaupt wurde im Jahr 2477 v. Chr. von Pharao Damokles IV. an seinen Schwager Großwesir Heinrich Abdullah von Nazareth verschickt. Der Transport der damals noch gebräuchlichen 18 Steintafeln für die wesentlichen Mitteilungen des Pharao ins benachbarte Tibet dauerte elf Jahre, drei Monate und 4 Stunden. Der Großwesir war inzwischen verstorben, so verwendete man die Steintafeln als Grabbeigabe und als Reiselektüre ins nächste Leben.

Kürzeste Antwort in einem Brief

Die kürzeste jemals verzeichnete Antwort in einem Brief war das Wort “Ja”. Es resultierte aus der Anfrage von Kronprinz Viktor Albert Timotheus Edgar von und zu Mecklenburg-Nachtigallen an seine Angebetete, die Edelfrau Gerlinde Isolde Cheyenne Freifrau von Dodenheim vom 12. Januar 1785.

Sinngemäß befassten sich die ersten 87 Seiten des Briefs mit der Frage, ob die auserwählte Dame unter Umständen und unter Berücksichtigung sämtlicher etwaiger standesgeschuldeter Modalitäten, bewusst oder unbewusst, in mögliche Erwägung ziehen könne, sich mit Herz, Verstand und allem anderen dem Kronprinzen zum Eheweib anzudienen, falls es keine unangebrachten Unannehmlichkeiten für sie bedeute.

Die weiteste Strecke, die ein Brief je zurückgelegt hat

Im Oktober 2021 flog der kanadische Schauspieler William Shatner, besser bekannt als “Captain Kirk” aus Star Trek (“Raumschiff Enterprise” in der teutonischen Simultanübersetzung) mit der Hobby-Rakete eines kleinen, extrem reichen ehemaligen Buchhändlers in eine erdnahe Umlaufbahn. Dabei hatte er einen handgeschriebenen Zettel, den man im weitesten Sinne als “Brief” bezeichnen konnte, welcher an seinen fiktiven Kapitäns-Konkurrenten Captain Picard gerichtet war. Auf ihm standen nur drei Worte: Suck it, Picard!

Später stellte sich der Zettel als Fake heraus und dass der ursprüngliche Text ein ganz anderer war, aber Hey, Brief ist Brief.

Die erste Brieftaube in Deutschland

Die erste deutsche Brieftaube wurde im sonst so fortschrittbegeisterten Deutschland erstaunlicherweise erst 1956 in Bottrop-Kirchhellen gesichtet. Sie entstammt dem Taubenschlag von Karl-Heinz Kowalski sein Vadder. Weisse Bescheid.

 

[DISCLAIMER] Bei diesem Beitrag handelt es sich um Satire. Vor der Befolgung jeglicher Ratschläge ist die Einschaltung des gesunden Menschenverstandes unbedingt angebracht. Am Ende des Internets gibt es keine Garantie für die Richtigkeit jeglicher Angaben. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Wie wäre es mit dem nächsten Beitrag?

 

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