… oder die Oma besuchen


Rüstige Großmutter (nicht im Bild)

Eine weitere, sehr einfache Sache, die auch ohne Internet funktioniert, ist der Besuch bei der Oma. Oder beim Opa, je nach Verfügbarkeit. Sollten Sie kein handelsübliches Großelternteil zur Hand haben, kann alternativ auch ein oder mehrere Elternteile besucht werden. Hilfreich ist hier in jedem Fall, vorher das Einverständnis der zu besuchenden Person(en) einzuholen. Und eine Terminabsprache vorzunehmen. Nur wenige Dinge sind peinlicher, als unangemeldet vor der Tür des Großvaters zu stehen und ihn gerade bei der Grundreinigung des Wintergarten-Dachs zu stören, während darunter gerade die Dame des Hauses ein ausgiebiges und sehr freizügiges Sonnenbad nimmt. Vor allem, wenn es sich weder um seinen Wintergarten noch um seine Frau handelt.

Vorgehensweise

Als erster, wichtiger Schritt empfiehlt sich eine grobe Entfernungsschätzung zum Aufenthaltsort der Zielperson, relativ zum zur Verfügung stehenden Zeitrahmen. Als Faustregel lässt sich sagen, dass für einen 2-stündigen Besuch (darunter würde man sofort wieder Internet-Entzugserscheinungen bekommen) eine maximale An- und Abreise von je 3 Stunden vertretbar ist. Diese Zeit bezieht sich auf ein Standard-Fortbewegungsmittel wie z. B. ein mittelschnelles Automobil mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 185 km/h. In sehr ländlichen Gegenden wie z. B. griechischen Bergdörfen muss ggf. auf die anzunehmende Geschwindigkeit von Planwagen oder Mulis umgerechnet werden. Dabei kann sich alleine schon die Anreise leicht auf mehrere Tage (oder Wochen) ausdehnen, aber so bekommt der Besuch auch erst die angemessene Bedeutung. Denken Sie in jedem Fall an ausreichend Marschproviant für die Reise und für alle Fälle auch an ein Zelt und einen Schlafsack.

Ist man schließlich bei der gewünschten Person angekommen, ist ein mitgebrachtes kleines Geschenk immer gerne gesehen. Blumen für die Großmütter sind eine nette Geste oder auch alkoholische “Verdauungstränke” für die Großväter. Noch freudiger ist die Überraschung, wenn man sich im Vorfeld tatsächlich Gedanken um ein möglichst passendes Mitbringsel gemacht hat. Erfahrungsgemäß werden beispielsweise Dessous und erotisches Spielzeug im Fall des Besuchs bei der Oma eher verhalten angenommen.

Wie sage ich es am besten

Ebenfalls im Vorfeld sollte man sich mögliche Gesprächsthemen überlegen. Mit dem Besuch an sich ist es ja nicht getan, wenn Sie dann zwei Stunden stumm nebeneinander sitzen. Das Themengebiet ergibt sich leicht durch gemeinsame Erlebnisse oder Vorkommnisse aus der Vergangenheit. Gerade bei männlichen Großmüttern (den sog. Großvätern) werden Stichworte wie Stalingrad, Volkswagen oder Helmut Kohl gerne aufgenommen und in ausgiebige Monologe verarbeitet. Sorgen Sie hierbei für einen stetigen Fluss an Input. Dieser kann sich auch auf gelegentlich eingestreute “Aha!”-, “Hmm”- und “Ach so!”-Einwürfe beschränken.

Ein Geschenk, ein Geschenk!

Das bei Großmüttern sehr beliebte Hobby des Strickens sorgt auch schon mal für das ein oder andere gänzlich unerwartete Geschenk. Beispielsweise ein fast nicht kratzender Pullover aus Schafwolle, der gerne auch bei Besuchen im Juli oder August überreicht wird. Hier gilt es, Haltung und Dankbarkeit zu zeigen. Schließlich hat sich Oma sehr viel Mühe gemacht. Und sie hatte ja auch sonst nichts zu tun.

Hmmm… sooo lecker!

Unabdingbar für einen Besuch bei der Großmutter ist der Verzehr von Kaffee und Kuchen. Letzterer kann im Vorfeld selbst gebacken und verziert werden und erfreut sich regelmäßig großer Beliebtheit. Nun ja, abhängig von den eigenen Qualitäten als Bäcker und Konditor kann sich die Begeisterung natürlich auch in Grenzen halten. Wer auf Nummer Sicher gehen will, verzichtet auf die eigene Backkunst und macht vor dem Besuch einen Abstecher in der örtlichen Bäckerei. Überaus sinnvoll – wenn nicht sogar lebensrettend – ist es, sich schon vor der Auswahl der Gebäckstücke über eine mögliche Diabetes eines oder mehrerer Großelternteile zu informieren.

Bei der Zubereitung des Kaffees ist auf das richtige Mischungsverhältnis von Kaffeepulver zu Wasser zu achten. Im fortgeschrittenen Alter kann da bei dem ein oder anderen Senior schon mal was durcheinander kommen. Das rächt sich dann unter Umständen in der folgenden Nacht, wenn Sie erfolglos versuchen, eine Überdosis Koffein abzubauen.

Und – bis BALD

Nähert sich der Besuch dem Ende, ist eine herzliche Verabschiedung, inklusive dem Versprechen eines baldigen Wiedersehens fast schon Pflicht. Möglicherweise haben Ihre Großeltern Sie schon wieder vergessen, sobald Sie das Haus verlassen haben. Aber trotzdem sollten Sie das mit dem Wiedersehen ernst nehmen, wer weiß, wie lange Sie diese Familienmitglieder noch haben.

 

 

[DISCLAIMER] Bei diesem Beitrag handelt es sich (überwiegend) um Satire. Vor der Befolgung jeglicher Ratschläge ist die Einschaltung des gesunden Menschenverstandes unbedingt angebracht. Am Ende des Internets gibt es keine Garantie für die Richtigkeit jeglicher Angaben. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Wie wäre es mit dem nächsten Beitrag?

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